Animal Liberators Frankfurt





Vegane Starthilfe in Frankfurt und Umgebung.
Vegan zu leben ist nicht schwer. Die Umstellung fällt aber umso leichter, wenn man kundige Helferinnen und Helfer an seiner Seite hat. Wir stehen euch ehrenamtlich und kostenlos mit wertvollen Tipps beim Kochen, Einkaufen, Vernetzen und bei der weiteren Informationssuche zur Seite.
Wir können gemeinsam auf eine vegane Entdeckungsreise gehen und zeigen dir zum Beispiel welche Alternativprodukte man einfach im Supermarkt bekommt.
Werde vegan. Es ist ganz einfach. Du änderst lediglich Gewohnheiten. Es ist die wirksamste Methode um auf friedfertige Weise den wichtigsten Beitrag für Klima, Umwelt, Tiere, Menschen und die eigene Gesundheit zu leisten.



Herzlich Willkommen auf der Homepage der Animal Liberators Frankfurt – Ortsgruppe die tierbefreier e.V.


OFEENER BRIEF
McDonald's im Mousonturm? What the fuck!

Ich bin mir über die Tatsache bewusst, dass sich über Kunst streiten lässt. Kunst darf, kann und muss provozieren und Grenzen ausloten. Die Geschmäcker sind verschieden und die Freiheit der Kunst ist ein wichtiges Gut und Grundrecht, wahrscheinlich sogar eines der Wichtigsten. In diesem konkreten Fall sehe ich das jedoch anders:
Ich frage mich, ob der Mousonturm (ein Künstlerhaus in Frankfurt am Main, weitere Infos unter: ↪Mousonturm) mit den Praktiken, der Arbeit von McDonald's und den entsprechenden Folgen für Mensch, Tier und Natur wirklich vertraut ist?
Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, sonst könnten die Verantwortlichen des Mousonturms das große, gelbe M nicht einfach so ins Haus lassen. Für McDonald's ist das natürlich ein gefundenes Fressen, auch über die Kultur sein Image zu verbessern.
Das haben sie immer wieder bewiesen, beispielsweise als vor einiger Zeit diverse Grimme-Preis-Träger für McDonald's Werbung machten. Die Erklärung des Künstlers Akira Takayama und auch die des Hauses Mousonturm nicht allein den Konzern, sondern die "Kunst" dahinter, McDonald's aus einer "anderen Perspektive", als "Begegnungsstätte", als "Ort der Anonymität" und des "Unterkommens für Geflüchtete" auf der Flucht zu sehen, ist aus meiner Sicht ein so winziger Teilaspekt des gesamten Bildes, dass mir jegliches Verständnis für die gebotene Werbeplattform fehlt.
Das ist nicht nur zu kurz und extrem oberflächlich betrachtet, sondern leider auch unfassbar zynisch. Dass McDonald's zu den Top-Umweltzerstörern dieses Planeten und einer damit verbundenen zentralen Verantwortung des Klimawandels gehört, was unter Anderem zu einem der Hauptgründe für Geflüchtetenbewegungen zählt, scheint sowohl dem Künstler als auch den Verantwortlichen des Mousonturms entweder nicht bewusst, oder schlichtweg egal.
Nach meinem Verständnis haben Theater und Institutionen wie der Mousonturm eine extrem große Verantwortung. Aus dieser Verantwortung heraus würde ich mir ein ethisches Grundverständnis wünschen. Ich möchte es sogar einfordern. Ich komme vom Theater und meines Erachtens gilt es u. A. die Gesellschaft, aber auch deren Missstände aufzuzeigen und zu spiegeln. Es ist offensichtlich, dass McDonald's sich diese Ausstellung sowohl als gelungene Werbekampagne abheftet, als auch in den Ethikbericht legen wird und somit werden nicht nur der Mousonturm, sondern leider auch die Geflüchteten instrumentalisiert. Das ist unfassbar scheinheilig und an Doppelmoral kaum zu überbieten.
Nochmal, über Kunst lässt sich streiten, in diesem Falle geht es jedoch um etwas anderes. Wenn die Deutsche Bank (gehört zu den Förderern des Mousonturms) oder der Waffenproduzent Heckler&Koch vom Mousonturm in einer solchen Art und Weise eine Werbeplattform serviert bekommen hätte, wäre der Widerstand/Aufschrei wahrscheinlich größer geworden. Möglicherweise aber auch nicht.
Der Zusammenhang zwischen Umweltzerstörern wie McDonald's und unserem Konsum- und Essverhalten scheint bei vielen Menschen einfach immer noch nicht angekommen zu sein. Dass er von Institutionen wie dem Mousonturm auch noch pervertiert und umgedreht wird, zeigt erneut, wie der Markt in alle Lebensbereiche und leider auch in die Kunst vorgedrungen ist und deren Institutionen korrumpiert und aushöhlt. Der Fleischkonsum und insbesondere die Massentierhaltung ist für über 50% des Treibhauseffektes verantwortlich.
Für 1 Kilo Rindfleisch werden ca. 15000 Liter Wasser verbraucht. Für 91% der Zerstörung des Regenwaldes ist die Tierproduktion verantwortlich. 45% der eisfreien Fläche des Planeten dient der tierischen Landwirtschaft. 30% des weltweiten Wasserverbrauchs dient der tierischen Landwirtschaft. 50% des weltweit angebauten Getreides ist für den Viehbestand. Für die Futtermittelproduktion der Massentierhaltung wird jeden Tag eine Fläche von Köln des Regenwaldes abgeholzt.
Mit den damit einhergehenden Konsequenzen müssen wir alle leben (oder anders gefragt: Wie lange können wir damit überhaupt noch leben?): Rückgang der Arten, Verdichtung der Böden, Vergiftung unseres Trinkwassers, Entstehung multiresistenter Keime, Verpestung unserer Luft, Übersäuerung der Meere, Schmelzung der Pole, immer häufiger werdende extreme Wetterereignisse, Verwüstung des Planeten etc..
Das Leid der Tiere mag den Menschen bewegen oder nicht, hierbei geht es jedoch um wesentlich mehr. Wenn nicht sogar um Alles. Ich bin mir bewusst darüber, dass das Geld immer knapp ist. Die Entscheidung, Konzerne wie McDonald's zu unterstützen und/oder ihnen eine Werbeplattform zu bieten, ist jedoch keine private Entscheidung mehr. Das Problem geht uns alle an. Ob wir das wollen oder nicht. Wir leben in einer Zeit, in der es einen radikalen Denk- und Bewusstseinswandel geben muss, in der wir alle gefordert sind und in der wir alle eine Verantwortung tragen. In der wir es nicht zulassen dürfen, dass wir unserer Lebensgrundlagen beraubt werden.
Wie können wir die Gesellschaft wirklich transformieren, um die Autobahn der auf gewinn- und wachstumsorientierten Wirtschaftsweise zu verlassen? Ganz sicher nicht, in dem wir Konzernen wie McDonald's die Oberhand gewähren und sie in die letzten Lebensbereiche vordringen lassen. Ich denke, wir schaffen das nur gemeinsam. In Kooperation. Dazu bedarf es allerdings Menschen und Institutionen, die sich gewisse Fragen stellen, die den Lebenswert über dem Marktwert erkennen und die sich nicht kaufen lassen.

Von Sepp Klein



OFFENER BRIEF ZUM NACHDENKEN UND MITMACHEN
McDonald's Image-Washing goes Mousonturm

Wer die letzten Wochen am Mousonturm vorbei gelaufen ist, wird sich wohl fragen, was es mit der McDonald's Radio University auf sich hat. Das Café des Mousonturms ist geziert mit gelben Plastikstühlen, ganz wie wir es von der Fast-Food-Kette kennen. Draußen steht gleich zwei Mal in rot und gelb „I'm makin' it“ und „McDonald's Radio University“. Das kann doch nur eine sehr gute Satire auf Kosten von McDonald's sein, oder?
Leider nein. Die McDonald's Radio University wurde von dem Künstler Akira Takayama ins Leben gerufen. Drei Wochen lang finden in verschiedenen McDonald's Filialen Vorträge von Menschen aus Ländern wie Pakistan, Syrien oder Ghana statt. Der Mousonturm verwandelt sich für diese drei Wochen in eine McDonald's Filiale. Themen wie Philosophie, Journalismus und Musik werden dabei behandelt. Das wohl makaberste Thema ist „Cooking“.
Die Idee, Menschen aus verschiedenen Ländern zu bestimmten Themen eine Stimme zu geben, klingt wirklich sehr unterstützenswert und ich würde mir ohne weiteres einen oder mehrere Vorträge anhören. Aber warum steckt da McDonald's mit drin?!
Ich habe im Mousonturm angerufen, um herauszufinden, was es tatsächlich mit McDonald's auf sich hat. Die erste Dame konnte mir nicht richtig erklären, was McDonald's damit zu tun hat und leitete mich stammelnd an die Presseabteilung weiter. In der Presseabteilung erklärte mir eine Frau das Projekt sehr ausführlich, umschiffte McDonald's jedoch soweit es möglich war. Ich fragte genauer nach: Akira Takayama entschied sich für McDonald's als Raum für seine Universität, weil er eine Zeit lang vor der japanischen Mafia untertauchen musste und in McDonald's einen „anonymen Raum“ fand, an dem er geschützt sein konnte und an dem jede*r geduldet wird. Die Dame am Telefon erklärte mir, dass McDonald's außerdem, das sei aber ihre Interpretation, einen „Raum der Inklusion“' darstellen würde. Klingt wie ein schlechter Scherz. McDonald's an der Konstablerwache ist zwar für alle Menschen zugänglich, Toiletten sind jedoch nicht barrierefrei. McDonald's an der Hauptwache ist überhaupt nicht barrierefrei. Für Rollstuhlfahrer*Innen oder Menschen mit Kinderwagen also kein zugänglicher Raum. Ich weiß, dass es in dem Projekt primär um Geflüchtete geht. Trotzdem finde ich es sehr anmaßend McDonald's als einen Raum der Inklusion zu bezeichnen. Da gibt es andere Orte in Frankfurt, die diese Bezeichnung verdient hätten. Sie erklärte mir auch, dass alle vom Mousonturm keine großen „McDonald's-Fans“ seien und dass ich das Projekt und nicht McDonald's sehen müsse. Leider ist McDonald's nicht zu übersehen, wenn ich am Mousonturm vorbeilaufe.
McDonald's ist für mich ein Ort des schlechten und ungesunden Essens. Auf der Internetseite der McDonald's Radio University wird McDonald's als Restaurant bezeichnet. Ein weiterer schlechter Scherz. Das Image von McDonald's ist angekratzt, die Vorwürfe häufen sich: Schlechte Arbeitsbedingungen, Massentierhaltung, fragwürdige Inhaltsstoffe im Essen, Zerstörung von Lebensgrundlagen von Mensch und Tier (eine Ursache für Flucht. Ziemlich geschmacklos Geflüchteten nach Zerstörung ihrer Lebensgrundlage McDonalds's als Raum anzubieten) und so weiter. McDonalds braucht dringend einen Imagewandel. Das grün statt rot oder lächerliche Filmchen über die Absurdität von Sägespänen im Essen haben wohl nicht gereicht. McDonald's spielt eine andere Karte aus: Die Filialen bzw. Restaurants werden zu einer Universität, zu einem Ort der Bildung. McDonalds ist für eine kurze Zeit nicht mehr nur ein Raum des billigen Fast-Foods. Über die Absurdität dieser Universität hinaus halten Geflüchtete diese Vorträge. McDonald's benutzt also die bestehende Geflüchtetenthematik, um sich das Image reinzuwaschen. Ziemlich schockierend. Wie schon gesagt, ich finde es toll Menschen eine Stimme zu geben und auf ungenutzten Raum hinzuweisen, der für so viele Menschen von großer Bedeutung sein könnte. Aber diese wichtigen Themen für Image-Washing zu missbrauchen, das ist inakzeptabel.
Die Dame am Telefon versicherte mir, dass es sich nicht um ein Sponsoring von McDonald's handeln würde, sondern dass die Filiale im Mousonturm unabhängig wäre. Auf der Internetseite der McDonald's Radio University steht: „Mit freundlicher Unterstützung von McDonald's Deutschland.“ Mich würde ja mal Art und Umfang dieser freundlichen Unterstützung interessieren.
Ich für meinen Teil habe der Frau am Telefon erklärt, dass ich den Mousonturm, der ein bedeutendes Künstlerhaus in Frankfurt und Deutschland darstellt, früher gerne besucht habe, das in Zukunft jedoch nicht mehr tun werde. Ich unterstütze nichts was daran beteiligt ist, McDonald's beim Image-Wasch behilflich zu sein. Auf der Internetseite (↪http://www.mru.global/) findet sich noch mehr Irrsinn, ist jedoch alles ernst gemeint.
Ich empfehle jede*r, den Mousonturm in Zukunft zu meiden und per Telefon, Mail oder persönlich darauf aufmerksam zu machen, dass die McDonald's Radio University untragbar und geschmacklos ist.

von Sophie Elliesen